#10

… und dann kam der Spiegel

Hast du was, bist du was. Ist ein altes Sprichwort, was oft alte reiche Männer sagen wenn sie auf ihr Leben zurück blicken. Für mich hat dieses Sprichwort nach der Fashion Week sehr an Wert gewonnen.

Ich war das erste Mal dort und noch sehr naiv, habe jedes Interview und jeden Spaß mitgemacht und mich gefühlte 800 Mal fotografieren lassen. Natürlich waren von 20 Interviews 18 schlecht oder garnicht erst veröffentlicht aber es ist eben nicht alles Gold was glänzt. Und dann war da, das Spiegel Interview. Ich studiere Kultur Journalismus und alle Dozenten und Studierenden fahren unglaublich auf den Spiegel ab. Für mich war es bisher immer ein Medium was ich kannte aber nie konsumierte. Ich hätte mich wahrscheinlich über ein Interview mit der GALA oder der BILD mehr gefreut aber es kam alles anders wie gedacht.

Bevor die Veröffentlichung war, hatte ich Angst das es ein Verriss werden würde, weil die Reporterin mich andauernd nach den Preisen meiner Klamotten gefragt hat und ich auch noch soviele, dumme Antworten gegeben habe. Ich habe gezittert und als es dann online war, habe ich mich gefreut.

Es war gut. Klein und kurz, aber gut. Die Bilder waren ok und die Unterschriften passend. In dem Moment war es für mich abgehakt. Wären da nicht die tausenden Leser gewesen, die nach der Veröffentlichung auf meinem Blog waren.

Die vielen vielen Emails die zu 80 Prozent gut und zu 20 Prozent schlecht waren. (Habe mich ein bisschen wie Lindsay Lohan gefühlt, die Hass-Mails bekommt, danke dafür 🙂 ).

Den Beitrag haben soviele Leute gelesen, bei denen ich nicht einmal dachte, dass sie Internet hatten oder den Spiegel überhaupt buchstabieren können. Leute haben mich angeschrieben, von denen ich seit der 6. Klasse nichts mehr gehört habe, ehemalige Chefs und zukünftige Personen, die ich bis dato nicht kannte.

Meine Fachhochschule hat mich auf ihre Homepage gestellt und warb mit mir (und das obwohl ich mit meinem Interesse für Mode und Boulevard der Endgegner Nummer 1 war). Eine andere Blogger-Comunity lobte mich für meine Outfits und viele Firmen wurden auf mich aufmerksam. Ich bekomme Schuhe  und T-Shirts geschickt (Halleluja).

Und alles nur wegen einem Interview, welches für mich die Bedeutsamkeit des Superbowls hatte (alle sind ganz verrückt danach aber für mich NO BIG DEAL).

So muss es sich anfühlen, wenn man über Nacht berühmt wird. Quasi der No Angels-Effekt. Nur, dass man anstatt nach 5 Jahren nach 5 Stunden wieder vergessen wird. Dafür habe ich mir Detlef D! Soost und den Eurovision Songcontest gespart.

Danke dafür, liebe Spiegel Redakteurin.

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